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Nationaler Rückstandskontrollplan (NRKP) und Einfuhrüberwachungsplan (EÜP) für Lebensmittel tierischen Ursprungs

Insbesondere Fleisch, Aquakulturerzeugnisse, Milch, Eier, Honig und lebende Tiere werden EU-weit auf Rückstände untersucht

Das Bild zeigt braun-weiss gescheckte Kuh (Quelle: Jurec / pixelio.de)© Jurec / pixelio.de

Der Nationale Rückstandskontrollplan für Lebensmittel tierischen Ursprungs ist ein seit 1989 durchgeführtes Programm, in dessen Rahmen unter anderem lebende Nutztiere, Fleisch, Aquakulturerzeugnisse, Milch, Eier und Honig auf Rückstände unerwünschter Stoffe untersucht werden. Das in Deutschland vom BVL koordinierte Programm wird in der Europäischen Union nach einheitlichen Maßstäben durchgeführt.

Der Einfuhrüberwachungsplan für Erzeugnisse tierischen Ursprungs aus Nicht-EU-Staaten wird seit 2004 bundeseinheitlich durchgeführt. Die Untersuchung der Sendungen und die Probenahmen erfolgen an den Grenzkontrollstellen. Nach Anhang II Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 136/2004 haben die Mitgliedstaaten Sendungen von Erzeugnissen, die zur Einfuhr vorgestellt werden, einem Überwachungsplan zu unterziehen.

Ziel der Überwachung

Die Pläne dienen dem vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutz. Ziel des NRKPs und des EÜPs ist es, die illegale Anwendung verbotener oder nicht zugelassener Stoffe aufzudecken und den vorschriftsmäßigen Einsatz von zugelassenen Tierarzneimitteln zu kontrollieren. Außerdem wird die Belastung mit Umweltkontaminanten wie beispielsweise Schwermetallen und anderen unerwünschten Stoffen erfasst. Im Rahmen des EÜPs werden Sendungen seit 2010 auch auf mikrobiologische Parameter, Histamin, Parasiten, Radioaktivität, Zusatzstoffe, GVO, marine Biotoxine und andere warenspezifische Parameter untersucht.

Der NRKP ist ausgerichtet auf die Kontrolle der Tierbestände, der Schlachtbetriebe und der Betriebe, die das noch unverarbeitete Roherzeugnis erhalten. Dies betrifft insbesondere Betriebe, die Milch, Eier, Honig und Wild verarbeiten. Der NRKP ermöglicht es daher, Tiere und tierische Erzeugnisse von Beginn des Produktionsprozesses an zu überwachen. Durch die Probenahme auf einer frühen Stufe der Produktionskette können Produkte, die mit Rückständen belastet sind, leicht bis zum Ursprungsbetrieb zurückverfolgt werden.

Die Probenahme erfolgt zielorientiert. Das bedeutet, dass Kenntnisse über örtliche oder regionale Gegebenheiten berücksichtigt werden oder dass Hinweisen auf unzulässige oder vorschriftswidrige Tierbehandlungen nachgegangen wird. Der NRKP ist also nicht auf die Erzielung statistisch repräsentativer Daten ausgerichtet.

Der EÜP ist ausgerichtet auf die Kontrolle von Lebensmittel liefernden lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen bei der Einfuhr über Deutschland in die Europäische Union. Die Probenahme erfolgt risikobasiert entsprechend dem Risikoansatz der Verordnung (EG) Nr. 882/2004. Es können demnach aus den Daten auch keine allgemeingültigen Schlussfolgerungen über die tatsächliche Belastung der tierischen Erzeugnisse mit unerwünschten Stoffen gezogen werden.

Was wird überwacht?

Der NRKP umfasst alle der Lebensmittelgewinnung dienenden lebenden und geschlachteten Tiere sowie Primärerzeugnisse vom Tier. Im Rahmen des NRKPs werden demnach Rinder, Schweine, Schafe und Pferde, Geflügel, Fische aus Aquakulturen sowie Kaninchen, Wild, Eier, Milch und Honig nach den EU-weit geltenden Vorschriften kontrolliert.

Der EÜP umfasst alle der Lebensmittelgewinnung dienenden lebenden und geschlachteten Tiere und tierischen Erzeugnisse, die über Deutschland in die Europäische Union eingeführt werden. Untersucht werden z.B. Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Pferde, Kaninchen, Wild / Zuchtwild, Därme, Gelatine / Kollagen, Geflügel / Wildgeflügel, Tiere der Aquakultur, Fischereierzeugnisse, lebende Muscheln, Milch / Milcherzeugnisse, Eier / Eiprodukte, Honig / Imkereierzeugnisse", lebende Tiere und Futtermittel tierischen Ursprungs.

Organisation des NRKPs und des EÜPs für Lebensmittel tierischer Herkunft

Die Pläne werden jährlich vom BVL in Abstimmung mit den Ländern erstellt.

Grundlage für die Festlegung der Probenkontingente im NRKP für die einzelnen Länder sind die jährlichen Schlacht- und Produktionszahlen und die Anzahl der Tiere in den Tierbeständen.

Der NRKP enthält für jedes Land konkrete Vorgaben über die Anzahl der zu untersuchenden Tiere oder tierischen Erzeugnisse, die zu untersuchenden Stoffe, die anzuwendende Methodik und die Probenahme. Für den EÜP berechnet jedes Land selbst seine Probenzahlen anhand der aktuellen Einfuhrzahlen von Sendungen aus Drittländern.

Die Länder organisieren die Probenahme nach den Vorgaben im NRKP bzw. EÜP. Darüber hinaus können die Länder bei einer definierten Anzahl von Tieren und Erzeugnissen die Stoffe nach aktuellen Erfordernissen und entsprechend den speziellen Gegebenheiten frei auswählen.

Die Labore der Länder analysieren die Proben, erfassen die Daten und senden diese an das BVL.

Das BVL sammelt die Untersuchungsergebnisse der Länder und wertet sie aus. Die zusammengefassten Daten werden an die Europäische Kommission weitergegeben und im Internet veröffentlicht.

NRKP und EÜP werden von den Ländern als eigenständige gesetzliche Aufgabe im Rahmen der amtlichen Lebensmittel- und Veterinärüberwachung durchgeführt.

Jährlicher Untersuchungsumfang im NRKP
RinderJedes 250. geschlachtete Tier
SchweineJedes 2000. geschlachtete Tier
SchafeJedes 2000. geschlachtete Tier
GeflügelEine Probe je 200 Tonnen Jahresproduktion
AquakulturenEine Probe je 100 Tonnen Jahresproduktion
KaninchenEine Probe je 30 Tonnen Schlachtgewicht für die ersten 3000 Tonnen der Jahreserzeugung, darüber hinaus eine Probe je weitere 300 Tonnen
Wild/ZuchtwildMindestens 100 Proben
HonigEine Probe je 30 Tonnen für die ersten 3000 Tonnen der Jahreserzeugung, darüber hinaus eine Probe je weitere 300 Tonnen
MilchEine Probe je 15.000 Tonnen Jahresproduktion
EierEine Probe je 1000 Tonnen Jahresproduktion


Des Weiteren sind im Nationalen Rückstandskontrollplan die Vorgaben der Tierischen Lebensmittel-Überwachungsverordnung umgesetzt. Nach dieser Verordnung sind bei mindestens zwei Prozent aller gewerblich geschlachteten Kälber und mindestens 0,5 Prozent aller sonstigen gewerblich geschlachteten Huftiere amtliche Proben zu entnehmen und auf Rückstände zu untersuchen. Die sonstigen Probenzahlen des Nationalen Rückstandskontrollplans werden dabei soweit möglich angerechnet.

Bei der Festlegung der Untersuchungszahlen nach EÜP sollten ab 2010 mindestens 4% aller Sendungen von Lebensmittel tierischer Herkunft auf Rückstände aus den Stoffgruppen des Anhang I der Richtlinie 96/23/EG untersucht werden (bisher waren es 2%). Es ist dann jedoch für eine Grenzkontrollstelle möglich, die Untersuchungsfrequenz im Bereich der Rückstandsuntersuchung auf 2% zu reduzieren, sofern eine entsprechende Risikobewertung auf Grundlage der eigener Laborergebnissen sowie anderer Informationsquellen (Laborergebnisse anderer GKS, RASFF-Meldungen u.a.) begründet, eine niedrigere Prozentzahl für bestimmte Produkte anzusetzen.

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