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Transport, Lagerung und Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln

Bei Transport, Lagerung und Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln sind eine Reihe von Vorschriften zu beachten. Auf dieser Seite ist beschrieben, was für Anwender wichtig ist.

Transport

Viele Pflanzenschutzmittel gelten als Gefahrgut und unterliegen deshalb den Bestimmungen des Gefahrgutbeförderungsrechts. Allerdings gelten Ausnahmen für kleine Mengen, so dass bei Fahrten vom Händler zum eigenen Betrieb oder vom Betrieb zum Einsatzort die meisten Bestimmungen des Gefahrgutbeförderungsrechts nicht zutreffen. Dennoch sollten Anwender bei diesen Transporten Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um Kontaminationen von Mensch und Umwelt zu vermeiden. Praktisch bedeutet das:

  • Beim Beladen kontrollieren, ob die Gebinde unbeschädigt und fest verschlossen sind
  • Die Ladung gut im Fahrzeug sichern
  • Wenn bei einem Unfall Pflanzenschutzmittel aus den Behältern austreten, Polizei und ggf. den Hersteller oder Händler einschalten; diese verfügen über Sicherheitsdatenblätter, die Auskunft darüber geben, was bei Unfällen zu tun ist.

Lagerung

Die gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz verlangt eine besondere Sorgfalt beim Lagern von Pflanzenschutzmitteln. Folgendes ist dabei zu beachten:

  • Das Lager sollte trocken und sauber gehalten werden.
  • Der Lagerraum ist zu verschließen und gegen unbefugten Zutritt zu sichern.
  • Für den Fall von Leckagen sollten Chemikalienbinder und Lappen bereitliegen (nach Benutzung über die Schadstoffsammlung entsorgen).
  • Wenn kein Verfallsdatum auf der Packung angegeben ist, garantiert der Hersteller eine Lagerstabilität von zwei Jahren. Danach ist eine ausreichende Wirksamkeit nicht mehr in jedem Fall gegeben. [siehe rechts: Lagerstabilität]
  • Die Führung einer Lagerliste erleichtert die Übersicht über den Lagerbestand.

Gesamtmengen bis 200 kg dürfen genehmigungsfrei gelagert werden. Bei Kennzeichnung mit dem Gefahrensymbol T+ (Sehr giftig) beträgt die höchste genehmigungsfreie Lagermenge 50 kg. Für größere Mengen können verschiedene Genehmigungen und Anzeigen erforderlich werden: ein Genehmigungsantrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, eine Erlaubnis oder Anzeige gemäß der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten, eine Anzeige nach der Druckbehälterverordnung, eine Eignungsfeststellung der Produktrückhalteeinrichtung nach dem Wasserhaushaltsgesetz oder eine Genehmigung nach der Landesbauordnung.

Ausführliche Informationen zur Lagerung von Pflanzenschutzmitteln und zur Einrichtung eines Pflanzenschutzlagers bietet der Industrieverband Agrar auf seiner Internetseite.

Entsorgung

Pflanzenschutzmittel, die nicht mehr anwendbar sind, weil sie entweder überlagert sind oder weil nach Zulassungsende und Ende der Aufbrauchfrist die Anwendung nicht mehr zulässig ist, sollten entsorgt werden. In bestimmten Fällen besteht eine gesetzliche Beseitigungspflicht, und zwar dann, wenn das Mittel einen in der EU nicht genehmigten Wirkstoff enthält und die Aufbrauchfrist abgelaufen ist, oder wenn das Mittel einem kompletten Verbot der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung unterliegt. Die Missachtung der Beseitungspflicht gilt als Verstoß gegen die Auflagenbindung von Fördergeldern („Cross Compliance“) und führt zur Kürzung von Direktzahlungen.

Das rechts abrufbare Dokument "Übersichtsliste" enthält als Tabelle 7 die abgelaufenen Pflanzenschutzmittel der letzten 8 Jahre mit Informationen zur Aufbrauchfrist und Beseitigungspflicht. Für Recherchen zu Pflanzenschutzmitteln, deren Zulassung bereits länger beendet ist, steht die Datei "Abgelaufene Pflanzenschutzmittel" zur Verfügung; zu beachten sind hier die Erläuterungen auf dem ersten Tabellenblatt der Datei. Darüber hinaus ist rechts ein Link zur Wirkstoffdatenbank der Europäischen Kommission, in der der aktuelle Status eines Wirkstoffs recherchierbar ist.

Bei Fragen zur Beseitigung nicht mehr anwendbarer Pflanzenschutzmittel geben die zuständigen Pflanzenschutzdienste Auskunft. Adressdaten sind dem Organisationsverzeichnis Pflanzenschutz zu entnehmen.

Die Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln wird durch das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz und Verordnungen geregelt. Neben dem eigentlichen Pflanzenschutzmittel muss auch die Verpackung umweltgerecht entsorgt werden.

Die Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln und Verpackungen ist möglich über:

  • Entsorgungsfirmen
  • Sammlungen im Rahmen von Sonderaktionen des Industrieverbandes Agrar
  • Sammelstellen der Landkreise/Kommunen
  • Schadstoffmobil (kleine Mengen)

Speziell für die Entsorgung leerer Behältnisse und Packungen hat der Industrieverband Agrar mit der Initiative "PAMIRA – Kostenlose Rücknahme von Pflanzenschutz-Verpackungen" ein Projekt zur Entsorgung entwickelt (PAMIRA = PackMIttelRücknahmeAgrar). Der Anwender kann an zahlreichen Sammelstellen entleerte und gereinigte Verpackungen von Pflanzenschutzmitteln zurückgeben.

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