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Antibiotikaresistenzen in der Tiermedizin bekämpfen

Antibiotika sind Substanzen, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Nach der Entdeckung von Penicillin und durch den lange Zeit erfolgreichen Einsatz von Antibiotika gelten bakterielle Infektionskrankheiten in der breiten Öffentlichkeit als besiegt. Tatsächlich steigen die Zahlen von schwerwiegenden Infektionen in den letzten Jahren sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin wieder an. Eine der Ursachen dafür sind Bakterien, die durch die üblichen Antibiotika nicht mehr zuverlässig abgetötet werden können, man spricht in diesem Fall von antibiotikaresistenten Mikroorganismen. Unter dem Begriff Antibiotikaresistenz werden Eigenschaften von Mikroorganismen (Bakterien) zusammengefasst, die es ihnen ermöglichen, die Wirkung von antibiotisch aktiven Substanzen abzuschwächen oder ganz zu neutralisieren.

Sie stellt für Menschen und Tiere ein globales Gesundheitsproblem mit steigender Bedeutung dar. Infektionen durch resistente Bakterien sind schwieriger und langwieriger zu behandeln und verursachen teilweise bleibende Schäden und Todesfälle bei Patienten und zusätzlich auch höhere Behandlungskosten.

Nicht jeder Kontakt mit einem resistenten Mikroorganismus führt automatisch zu einer Infektion und nicht jede Infektion mit einem antimikrobiell resistenten Bakterium führt zur Ausbildung einer klinisch manifesten Erkrankung. Da der Anteil an resistenten Erregern in den letzten Jahren aber gestiegen ist und weitere Steigerungen nicht auszuschließen sind, ist eine gezielte Reduzierung von antimikrobiellen Resistenzen und Stärkung vorbeugender Maßnahmen erforderlich.

Mit der 2008 veröffentlichten Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie DART verfolgt die Bundesregierung in der Human- und Tiermedizin ein gemeinsames Konzept zur Eindämmung der antimikrobiellen Resistenzen. Diesem Ziel dienen die im Jahr 2010 umfassend überarbeiteten Antibiotikaleitlinien der deutschen Tierärzteschaft sowie zahlreiche Forschungsprojekte. Das BVL ist Ansprechpartner für alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Antibiotikaresistenzen bei ausschließlich tiermedizinisch bedeutsamen Erregern. Es erfasst und wertet die Abgabemengen von Antibiotika in der Tiermedizin aus (Tierarzneimittel-Abgabemengen-Register) und meldet diese Daten an die dafür zuständigen europäischen Institutionen im Rahmen der European Surveillance of Veterinary Antibiotic Consumption. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Risikokommunikation bekannt gemacht und im Rahmen des Risikomanagement bei der Zulassung und Verlängerung von Tierarzneimitteln berücksichtigt. Dafür werden der Sachverstand von Tiermedizinern und Mikrobiologen verschiedener Arbeitsgebiete abteilungsübergreifend innerhalb des BVL herangezogen und Aktionen mit anderen Bundesinstituten wie BfR und FLI koordiniert.

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