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Jahresbericht 1999 zum Nationalen Rückstandskontrollplan

Rückstände in Lebensmitteln tierischer Herkunft

Die Ergebnisse der amtlichen Untersuchungen der Länder, die im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplanes 1999 durchgeführt wurden, sind in den Tabellen 1-3 dargestellt. Die Stoffe wurden entsprechend Anhang I der Richtlinie 96/23/EG in Gruppen eingeordnet. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die in Deutschland nach Rückstandskontrollplan 1999 insgesamt durchgeführten Untersuchungen und die Verteilung der Untersuchungen auf die wichtigsten Stoffgruppen. Tabelle 2 gibt Detailinformationen zu den Stoffuntergruppen und Tabelle 3 gibt die Ergebnisse von Untersuchungen für Einzelstoffe wieder. Der Rückstandskontrollplan ist nicht auf die Erzielung von statistisch repräsentativen Daten ausgerichtet, das heisst es können aus den Daten keine allgemeingültigen Schlussfolgerungen über die tatsächliche Belastung von tierischen Erzeugnissen mit unerwünschten Stoffen gezogen werden. Der Rückstandskontrollplan dient vielmehr der gezielten Überwachung des vorschriftsmäßigen Einsatzes von pharmakologisch wirksamen Stoffen, der Kontrolle des Nichteinsatzes verbotener Stoffe und der Sammlung von Erkenntnissen über Ursachen einer Belastung. Die Probenahme im Rahmen des nationalen Rückstandskontrollplanes erfolgt unter Berücksichtigung von Erkenntnissen über örtliche und regionale Gegebenheiten oder von Hinweisen auf unzulässige oder vorschriftswidrige Tierbehandlungen. Durch die zielorientierte Probenauswahl ist mit einer größeren Anzahl an „positiven Rückstandsbefunden“ zu rechnen, als bei einer zufälligen Auswahl der Proben. 

Rückstandsuntersuchungen
Im Jahr 1999 wurden ca. 310.000 Untersuchungen an rund 48.300 Tieren oder tierischen Erzeugnissen durchgeführt. Insgesamt wurde auf 352 Stoffe geprüft, das sind über 30 Stoffe mehr als im Vorjahr. Aus Übersichtsgründen wurde die Anzahl der in Tabelle 3 aufgeführten Stoffe auf 251 begrenzt, wobei die im Rückstandskontrollplan ausgewiesenen Pflichtstoffe und alle Stoffe mit positiven Rückstandsbefunden berücksichtigt worden sind. Zum Teil nicht enthalten sind weitere von den Ländern auf freiwilliger Basis untersuchte Stoffe. Zu den genannten Untersuchungen kommen noch ca. 220.000 Tiere hinzu, die mittels Dreiplattentest auf Hemmstoffe untersucht wurden. Da ein Tier oder Erzeugnis auf einen oder mehrere Stoffe untersucht worden sein kann, ist es nicht möglich, die Anzahl der in einer Stoffgruppe untersuchten Tiere oder Erzeugnisse aus den in Tabelle 3 aufgeführten Einzelergebnissen zu ermitteln. Daher werden in den Tabellen 1 und 2 die Daten gruppenweise nach verschiedenen Stoffgruppenkriterien zusammengefasst angeboten.

Beanstandungen (positive Rückstandsbefunde)
Als Beanstandung (positiver Rückstandsbefund) gilt

  • bei zugelassenen Stoffen und Kontaminanten: alle mit einer Bestätigungsmethode abgesicherten quantitativen Befunde, bei denen eine Überschreitung der Höchstmengen, der Beurteilungswerte oder Richtwerte vorliegt;
  • bei verbotenen und nicht zugelassenen Stoffen: alle mit einer Bestätigungsmethode abgesicherten qualitativen und quantitativen Befunde.

Bewertung der positiven Rückstandsbefunde
Die Anzahl der ermittelten positiven Rückstandsbefunde liegt seit 1996 bei unter 1 %. Während 1998 noch bei 0,64 % der untersuchten Tiere oder tierischen Erzeugnisse positive Ergebnisse erzielt wurden, waren es 1999 nur noch 0,26 %. Hinweise auf ein akutes Verbraucherrisiko gab es nicht.

Verbotene und nicht zugelassene Stoffe
Hormonell wirksame Stoffe, die bei illegalem Einsatz meist der Leistungssteigerung und der Verbesserung der Masteffekte dienen, konnten nur in Einzelfällen nachgewiesen werden. Durch das seit Juni 1997 bis auf einzelne strenge Indikationsstellungen fast vollständige Verbot von -Agonisten konnte ein Rückgang bei den Rückstandsbefunden von 0,97 % (1997) auf 0,28 % (1998) und 0,07 % (1999) erzielt werden. Seit August 1994 ist die Anwendung von Chloramphenicol bei lebensmittelliefernden Tieren verboten. Chloramphenicolrückstände wurden auch 1999 wieder, wenn auch in geringerem Umfang, nachgewiesen. Bezogen auf alle 1999 durchgeführten Chloramphenicoluntersuchungen, betrug der Anteil positiver Befunde 0,24 %. Im Jahr 1998 waren es dagegen noch 1,38 % und im Jahr 1997 waren es 0,74 %. Die ermittelten Rückstandsmengen lagen 1999 im Bereich von 0,1 bis 10 µg/kg und in einem Fall darüber. Die positiven Chloramphenicol- (CAP-) Befunde verteilen sich bezogen auf die Probenahmeorte wie folgt:

Uneinheitliche Verteilung der positiven Chloramphenicol- (CAP-) Befunde bei Rind, Schwein, Schaf und Geflügel.© BVL

Des Weiteren wurden vereinzelt Rückstände von entzündungshemmenden Mitteln und Beruhigungsmitteln gefunden.

Tierarzneimittel
In Deutschland werden nach Fleischhygienerecht jährlich 2 % aller geschlachteten Kälber und 0,5 % aller sonstigen gewerblich geschlachteten Tiere auf Rückstände untersucht. Ein großer Teil dieser Proben (jährlich ca. 200.000) wird mittels Dreiplattentest, einem kostengünstigen Screeningverfahren, auf Hemmstoffe untersucht. Die folgende Graphik zeigt, dass in den letzten fünf Jahren auch hier der Anteil an positiven Ergebnissen rückläufig ist.

Rückläufige Tendenz bei Untersuchung auf Hemmstoffe von 1995 bis 1999© BVL

Bei den mit speziellen Methoden durchgeführten Untersuchungen auf antibakteriell wirksame Stoffe zeigt sich ein ähnliches Bild wie bereits in den Vorjahren. Höchstmengenüberschreitungen konnten hauptsächlich bei den Sulfonamiden, gefolgt von Tetracyclinen und Penicillinen, ermittelt werden. Der Anteil an positiven Ergebnissen bei den einzelnen Tierarten ist in der folgenden Tabelle 4 noch einmal zusammengefasst dargestellt.

 

Positive Rückstandsergebnisse 1999 (1998) bei Untersuchungen auf antibakteriell wirksame Stoffe
TierartAnzahl  
    Proben        Positive      in %
 199919981999199819991998
Kälber 512(678) 3(4)0,59  (0,59)
Mastrinder1 851(1 869) 1(0)0,05     (-)
Kühe1 044(866) 3(2)0,29  (0,23)
Schweine6 229(5251) 23(27)0,37  (0,51)
Schafe 150(108) 1(0)0,67     (-)
Masthähnchen735(743)0(4)-    (0,54)
Truthühner 409(526) 6(13)1,47  (2,48)
Honig 103(53) 1(1)0,97  (1,89)



Kontaminanten und andere Stoffe
Schwermetallbelastungen sind in den Tabellen 1-3 von den Tieren aufgeführt, bei denen eine Überschreitung des Richtwertes (doppelter Richtwert ZEBS) in den Organen oder des Fleisches festgestellt wurde. Belastungen mit Schwermetallen in Organen, die nach Fleischhygienerecht ohnehin verworfen werden, sind nicht erfasst. Belastungen traten insbesondere bei Rindern, Schafen, Wild und Pferden auf. Bei älteren Pferden war z.T. auch das Fleisch, in dem im Regelfall wenig gefunden wird, belastet. Die Werte lagen unter 0,5 mg/kg, was etwa der doppelten Menge des festgelegten Richtwertes entspricht. Die Belastung der Kalbslebern mit Kupfer ist auch 1999 weiter zurückgegangen. Werte über 200 mg/kg wurden bei 24 % der untersuchten Tiere gefunden. Die ermittelte Pestizid- und PCB-Belastung hat sich weiter verringert. Belastet waren vor allem Wildschweine mit DDT.

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