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Beispiele für BELA-Meldungen

Die dargestellten Beispiele sollen für Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder Hilfestellung beim Ausfüllen der BELA-Formulare geben.

Beispiel 1 (Nachweis nur bei Menschen)

Zwischen dem Verzehr eines kontaminierten Lebensmittels, der Diagnosestellung und der Einschaltung der amtlichen Lebensmittelüberwachung vergehen häufig mehr als 7 Tage. Innerhalb dieses Zeitraumes sind in der Regel alle Speisereste und Rückstellproben entsorgt worden. Deshalb ist der häufigste Fall bei der Aufklärung lebensmittelbedingter Ausbrüche, dass zwar ein Erregernachweis beim Menschen vorliegt aber der Nachweis im Lebensmittel fehlt. Lässt sich aber ein plausibler, epidemiologischer Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Verzehr eines Lebensmittels herstellen, reicht dies für den BELA Meldebogen aus.

Beschreibung des beispielhaften Ausbruchs:

Anfang Mai erhielt das Gesundheitsamt eine Meldung über mehrere Gastroenteritis-Fälle. In verschiedenen Landkreisen hatten Familienfeiern in Privathaushalten in stattgefunden. Alle Familienfeiern hatten sich von einem Restaurant beliefern lassen, das auch als Caterer Speisen außer Haus liefert. Von dem Büffet waren weder Rückstellproben noch Reste vorhanden. Durch Befragung des Gastwirtes konnten die Erkrankungsfälle auf drei von fünf Büffet-Lieferungen am 1. Mai eingegrenzt werden, bei denen Kartoffelsalat angeboten wurde. Der Kartoffelsalat war von einer neu eingestellten Küchenhilfe hergestellt worden, die Ausscheiderin von Salmonella Enteritidis PT 8 war. Dieser Erreger konnte sowohl in den Stuhlproben der Erkrankten und als auch bei der Küchenhilfe festgestellt werden.

Beispiel 1 für einen ausgefüllten BELA-Meldebogen
Beschreibung des Beispiels 1

Beispiel 2 (Nachweis bei Menschen und im Lebensmittel)

Hier wird ein Beispiel beschrieben, bei dem der Erreger sowohl in den Erkrankungsfällen als auch im Lebensmittel in einem Privathaushalt nachgewiesen werden konnte.

Beschreibung des beispielhaften Ausbruchs:

Eine Mutter hatte an einem warmen Freitagnachmittag im Juni beim Fleischer im Dorf frisches Schweinehackfleisch gekauft. Da sie zu Fuß unterwegs war, vergingen etwa vierzig Minuten, bis sie das Hackfleisch zu Hause in die Kühlung brachte. Am nächsten Tag mittags bereitete sie Mettbrötchen zu, indem sie das Hackfleisch mit Eiern und Gewürzen vermengte. Die Mettbrötchen stellte sie in der Küche auf die Anrichte, damit die Familienmitglieder sich nach Belieben bedienen konnten. Auch an diesem Tag herrschten warme Außentemperaturen von ca. 25°C.

Nachdem drei der fünf Familienmitglieder an Gastroenteritis erkrankt waren, beschwerte sich die Hausfrau am darauffolgenden Montag beim Veterinäramt wegen des Hackfleisches.

Im Haushalt der Familie waren noch Reste des verdächtigen Hackfleisches sowie der verwendeten Eier vorhanden. Die Lebensmittelproben wurden zur mikrobiologischen Untersuchung eingesandt. Im Landeslabor gelang der Nachweis von Salmonella Typhimurium in der eingesandten Probe Hackfleisch. Auch in Stuhlproben von zwei erkrankten Familienmitgliedern wurde Salmonella Typhimurium gefunden.

Beispiel 2 für einen ausgefüllten BELA-Meldebogen
Beispiel 2 für einen ausgefüllten Proben-Dokumentationsbogen
Beschreibung des Beispiels 2

Beispiel 3 (Nachweis beim Menschen und in der Lebensmittelkette)

Grundlage für dieses Szenario ist der Norovirus-Ausbruch in Schulen und Kindergärten im Herbst 2012.

Beschreibung des beispielhaften Ausbruchs:

In mehreren Bundesländern kam es bei Kindern und Jugendlichen, die in Schulen und Kindergärten verpflegt wurden, zu einem gehäuften Auftreten von Brechdurchfällen infolge von Norovirus-Infektionen. Die Mahlzeiten wurden in verschiedenen Großküchen hergestellt. Die Untersuchung der Rückstellproben ließ keinen Rückschluss auf ein ursächliches Lebensmittel zu.

Erst durch die Befragung der Kantinenbetreiber konnte ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Erdbeerkompott bzw. Desserts mit Erdbeeren und der Erkrankung hergestellt werden. Die Ermittlungen der Lebensmittelüberwachung konnten zeigen, dass eine Charge importierter Tiefkühl-Erdbeeren mit den Erkrankungen in Verbindung stand.
Allerdings erkrankten nur in den Kantinen Kinder, die die Tiefkühl-Erdbeeren nur aufgetaut und gezuckert haben. In den Küchen, die die Erdbeeren in kochendes Wasser eingerührt bzw. kurz aufgekocht haben, sind keine Fälle aufgetreten.

Der epidemiologische Verdacht konnte schließlich auch mikrobiologisch bestätigt werden. Noroviren waren in mehreren Proben der verdächtigen Charge nachweisbar, die aus originalverschlossenen Packungen beim Importeur und in einzelnen Küchen entnommen worden waren.


Beispiel 3 für einen ausgefüllten BELA-Meldebogen
Beispiel 3 für einen ausgefüllten Proben-Dokumentationsbogen
Beschreibung des Beispiels 3

Beispiel 4 (Nachweis nur im Lebensmittel)

Es kann auch sinnvoll sein, eine BELA-Meldung zu erstellen, wenn kein Nachweis des ursächlichen Erregers oder Toxins bei den Erkrankten vorliegt. Der direkte Nachweis beim Menschen ist keine Voraussetzung für eine Ausbruchsuntersuchung und BELA-Meldung von Seiten der Lebensmittelüberwachung.

Beschreibung des beispielhaften Ausbruchs:

In einem Pflegeheim erkrankten in einem kurzen Zeitraum 35 Bewohner verschiedener Stationen an Erbrechen. Die Mahlzeiten wurden in einer zentralen Küche zubereitet und von Mitarbeitern mittels Rollwagen zu den Stationen gebracht. Kurz vor dem Symptombeginn wurden zum Mittagessen drei verschiedene Gerichte, zwei verschiedene Desserts und Salat serviert. Es konnte ermittelt werden, dass die Mehrzahl der Erkrankten Hühnerfrikassee mit Reis verzehrt hatten.

Der Reis wurde in der zentralen Küche des Seniorenheims in großer Menge vorgekocht und bis zur Portionierung unzureichend heiß gehalten.

Zur Untersuchung gelangten insgesamt 30 Rückstellproben. In der Rückstellprobe „gekochter Reis“ konnte Toxin-bildender Bacillus cereus in sehr hoher Konzentration nachgewiesen werden.

Beispiel 4 für einen ausgefüllten BELA-Meldebogen
Beispiel 4 für einen ausgefüllten Proben-Dokumentationsbogen
Beschreibung des Beispiels 4

Beispiel 5 (Nachweis weder beim Menschen noch im Lebensmittel)

Auch wenn es nicht gelungen ist, einen Erreger nachzuweisen, sollten die Fälle gemeldet werden, bei denen ein begründeter Verdacht zwischen Krankheitsausbruch und Verzehr eines verdächtigten Lebensmittels besteht. Die Beschreibung des Ausbruchsgeschehens ist dann ein Nachweis des Zusammenhangs.

Beschreibung des beispielhaften Ausbruchs:

In einem Privathaushalt wurde im großen Familienkreis eine Taufe gefeiert. Die Gäste kamen aus ganz Deutschland angereist und brachten selbst zubereitete Speisen für das Büfett mit. Abends fuhren alle Gäste zurück nach Hause.

Der Gastgeber bekam am folgenden Tag heftige Bauchschmerzen und Durchfall. Zum Arzt ging er nicht. Die Gastgeberin, die nicht erkrankte, hat sich an den folgenden Tagen bei allen Beteiligten telefonisch bedankt und erfuhr, dass mehrere Erwachsene (insgesamt 17 von 29) an den gleichen Symptomen gelitten hatten wie ihr Mann. Die Kinder waren offenbar gesund geblieben. Besorgt hat sie nachgefragt, was die Erkrankten gegessen hatten. Dabei stellte sich heraus, dass alle Erkrankten Gulaschsuppe gegessen hatten, welche den Kindern möglicherweise zu scharf gewesen war. Die Gastgeberin meldete den Krankheitsausbruch bei der Lebensmittelüberwachung, weil sie annahm, dass das Fleisch, welches sie für die Suppe verwendet hatte, verdorben war. Sie hatte noch die Einkaufsquittung, aber von der Suppe und dem Fleisch war nichts mehr übrig.

Die Lebensmittelüberwachung hat ermittelt, dass die Gastgeberin eine große Menge Suppe am Vortag der Feier gekocht hatte und erst am späten Abend in den Kühlschrank stellte. Einige Stunden bevor die Gäste kamen, erwärmte sie die Suppe vorsichtig auf kleiner Flamme, damit sie nicht anbrennt. Zum Warmhalten verwendete sie einen kleinen Spiritusbrenner eines Fondue-Sets. Sie selbst hatte die Suppe nur während der Zubereitung am Vortag gekostet.

Beispiel 5 für einen ausgefüllten BELA-Meldebogen
Beschreibung des Beispiels 5

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