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Pharmakologisch wirksame Stoffe

Zur Gruppe der pharmakologisch wirksamen Stoffe zählen unter anderem Hormone und Antibiotika, aber auch Mykotoxine (giftige Stoffwechselprodukte von Pilzen), Schwermetalle wie Blei oder Cadmium und bestimmte Pflanzenschutzmittel. Rückstände dieser Stoffe in der Nahrung können die menschliche Gesundheit beeinträchtigen, indem sie beispielsweise Krebs hervorrufen oder das Erbgut schädigen. Auf Grund der möglichen negativen gesundheitlichen Wirkungen sollen sie vom Verbraucher in möglichst geringem Umfang mit der Nahrung aufgenommen werden.

Rechtliche Grundlage

Für die Beurteilung bei der Kontrolle von Lebensmitteln auf unerlaubte Rückstände von pharmakologisch wirksamen Stoffen gelten Rückstands-Höchstmengen, die EU-einheitlich durch die "Verordnung (EG) Nr. 470/2009 des europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Mai 2009 über die Schaffung eines Gemeinschaftsverfahrens für die Festsetzung von Höchstmengen für Rückstände pharmakologisch wirksamer Stoffe in Lebensmitteln tierischen Ursprungs, …" in Verbindung mit der "Verordnung (EU) Nr. 37/2010 der Kommission vom 22. Dezember 2009 über pharmakologisch wirksame Stoffe und ihre Einstufung hinsichtlich der Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs" geregelt sind.

Welche Lebensmittel können pharmakologisch wirksame Rückstände enthalten?

Betroffen können alle vom Tier stammenden Lebensmittel sein, wie beispielsweise Fleisch, Wurst, Milch, Käse und Eier. Auch in pflanzlichen Lebensmitteln können unter Umständen Stoffe mit pharmakologischer Wirkung enthalten sein. Der Einsatz von Tierarzneimitteln ist in der Tierproduktion erlaubt und notwendig. Nach der Anwendung können jedoch Reste dieser Stoffe und/oder ihrer Abbauprodukte im Tierkörper verbleiben. Bis von behandelten Tieren Lebensmittel gewonnen werden dürfen, müssen daher Wartezeiten eingehalten werden, in denen diese Rückstände vom Tier ausgeschieden werden.

Doch auch wenn diese Wartezeiten eingehalten werden, können minimale Restmengen zurückbleiben. Um zu gewährleisten, dass sie für den Verbraucher gesundheitlich unbedenklich sind, werden Höchstmengen für jedes Arzneimittel bestimmt, das bei Lebensmittel liefernden Tieren angewendet werden soll. Rückstände oberhalb dieser Höchstmengen können durch den unsachgemäßen Gebrauch von Tierarzneimitteln im Tier entstehen. Darüber hinaus können Rückstände nicht zugelassener oder verbotener Stoffe aus illegaler Verabreichung im Tier zu finden sein. Außerdem muss mit dem Übergang von Kontaminanten aus der Umwelt auf das Tier gerechnet werden.

Verbraucher werden vor pharmakologischen Rückständen geschützt

Die Lebensmittelüberwachung der Bundesländer kontrolliert Betriebe und Produkte auf die Umsetzung EU-weit und national gültiger Rechtsvorschriften. Die Bundesländer sind für die Probenahme und Untersuchung zuständig, das BVL übernimmt die Koordination der Überwachungsprogramme. Auch die Wirtschaftsunternehmen sind verpflichtet, eigene Kontrollen durchzuführen.

Die Überwachung von Lebensmitteln auf Rückstände erfolgt im Rahmen verschiedener Programme und auf europäischer und nationaler Ebene sowie auf der Ebene der Bundesländer.

Auf EU-Ebene gibt es den Rückstandskontrollplan für Lebensmittel tierischer Herkunft. In ihm sind die Ergebnisse der Nationalen Rückstandskontrollpläne der EU-Mitgliedstaaten zusammen gefasst. Untersucht wird zielorientiert auf pharmakologisch wirksame Stoffe und auf Kontaminanten. In Deutschland werden im Rahmen des Lebensmittel-Monitorings tierische und pflanzliche Lebensmittel insbesondere auf Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle, Mykotoxine und andere Kontaminanten nach statistischen Gesichtspunkten untersucht. Die Bundesländer initiieren im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung eigene Untersuchungsprogramme, mit denen spezifische Fragestellungen bei tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln bearbeitet werden.

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