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Anwendungsbeschränkungen für bestimmte Pflanzenschutzmittel zum Schutz von Grundwasservorkommen, die zur Trinkwassergewinnung herangezogen werden

Aus Gründen des vorsorgenden Trinkwasserschutzes untersagt das BVL die Anwendung bestimmter Pflanzenschutzmittel in einigen Wasserschutzgebieten und Einzugsgebieten für die Trinkwassergewinnung. Dort wurden Rückstände eines nicht relevanten Metaboliten des Wirkstoffes Chloridazon, der vor allem in Rübenherbiziden enthalten ist, in erheblichem Umfang oberhalb des relevanten Leitwertes bestimmt.

Betroffene Pflanzenschutzmittel und Anwendungsbestimmung NG301

Aktuell gilt die Beschränkung für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Chloridazon. Für die entsprechenden Pflanzenschutzmittel hat das BVL eine Anwendungsbestimmung mit folgendem Wortlaut erteilt: „Keine Anwendung in Wasserschutzgebieten oder Einzugsgebieten von Trinkwassergewinnungsanlagen, die vom BVL im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden (Bekanntmachung BVL 15/02/01 vom 12.02.2015, BAnz AT 27.02.2015 B6; auch veröffentlicht unter www.bvl.bund.de/NG301).“

Gebiete, für die Beschränkungen gelten

Die Wasserschutzgebiete und Einzugsgebiete von Trinkwassergewinnungsanlagen, für die Beschränkungen gelten, sind in einer Bekanntmachung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die folgende Tabelle nennt die entsprechenden Gebiete mit den Beschränkungen aus dieser Bekanntmachung und enthält Links zu Karten.

GebietAnwendungsbeschränkungGrund für die BeschränkungKarte des Gebiets
Wassereinzugsgebiet Allerheiligen
Nordrhein-Westfalen, befindlich in den Gemarkungen Rosellen, Neukirchen, Hoisten und Norf. Grundlage: Wasserrechtliche Bewilligung für die Wassergewinnung Allerheiligen (Az: 54.06.01.13-7)

Keine Anwendung Chloridazon-haltiger Pflanzenschutzmittel auf Flächen, die sich vollständig in dem kartierten Bereich befinden.

Detektionen des nicht relevanten Metaboliten Desphenyl-Chloridazon oberhalb von 10 µg/L in Vorfeldmessstellen sowie oberhalb von 3 µg/L in Brunnen zur RohwasserentnahmeDownload Karte Wassereinzugsgebiet Allerheiligen
Wassereinzugsgebiet Butzheim
Nordrhein-Westfalen, befindlich in den Gemarkungen Stommeln, Nettesheim-Butzheim, Frixheim-Anstel, Straberg, Worringen. Grundlage: Wasserrechtliche Bewilligung für die Wassergewinnung Butzheim (Az: 54.16.21-169/97)
Keine Anwendung Chloridazon-haltiger Pflanzenschutzmittel auf Flächen, die sich vollständig in dem kartierten Bereich befinden.Detektionen des nicht relevanten Metaboliten Desphenyl-Chloridazon oberhalb von 3 µg/L in Brunnen zur RohwasserentnahmeDownload Karte Wassereinzugsgebiet Butzheim
Wasserschutzgebiet Mühlenbusch
Nordrhein-Westfalen, befindlich in den Gemarkungen Neukirchen, Nievenheim, Broich, Gohr, Hoeningen und Rosellen. Grundlage: Wasserschutzgebiets-verordnung Mühlenbusch von 22.3.1995, veröffentlicht im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf vom 20.04.1995, Nr. 16
Keine Anwendung Chloridazon-haltiger Pflanzenschutzmittel in allen festgelegten Schutzzonen.Detektionen des nicht relevanten Metaboliten Desphenyl-Chloridazon oberhalb von 10 µg/L in Vorfeldmessstellen Download Karte Wasserschutzgebiet Mühlenbusch

Hintergrund zu nicht relevanten Metaboliten

Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln werden auf der Grundlage von Prüfergebnissen nach einer europäischen Leitlinie als nicht relevant eingestuft, wenn sie weder eine pestizide Aktivität ähnlich der des Wirkstoffs besitzen, noch unannehmbare toxikologische oder ökotoxikologische Eigenschaften aufweisen. Während auf relevante Metaboliten genau wie auf Wirkstoffe der strenge Grenzwert von 0,1 µg/L im Grundwasser anzuwenden ist, gilt für nicht relevante Metaboliten ein Leitwert von 10 µg/L. Überschreitungen dieses Leitwertes sind grundsätzlich als schädliche Auswirkung auf das Grundwasser zu werten. Die beschriebenen Maßnahmen dienen dazu, Grundwasservorkommen, die zur Trinkwassergewinnung dienen, vor Einträgen des Chloridazon-Metaboliten zu schützen.

Kontakt

E-Mail-Adresse für Fragen: 200@bvl.bund.de

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