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Wartezeit

Lebensmittel, die von Tieren gewonnen werden, dürfen keine Rückstände von Tierarzneimitteln enthalten, die ein Risiko für die Gesundheit des Verbrauchers darstellen könnten. Wirkstoffe für Lebensmittelliefernde Tiere unterliegen daher in der EU strengen gesetzlichen Regelungen. Bevor ein Tierarzneimittel für Lebensmittel liefernde Tiere zugelassen wird, werden die Sicherheit der arzneilich wirksamen Substanz und der möglichen Rückstände in Lebensmitteln untersucht und Höchstmengen bestimmt. Wartezeiten werden für alle essbaren Gewebe und tierische Produkte festgesetzt, für die zuvor Höchstmengen bestimmt wurden.

Definitionen

Wartezeit ist die Zeit, die nach der letzten Verabreichung eines Arzneimittels an ein Tier bis zum Zeitpunkt der Herstellung von Lebensmitteln aus diesem Tier einzuhalten ist und die gewährleistet, dass eventuelle Rückstände bestimmte Höchstmengen für arzneilich wirksame Stoffe nicht überschritten werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Konsumenten von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft nicht durch Arzneimittelrückstände geschädigt werden. Nach Ablauf der Wartezeit sollen die Lebensmittel keine die Gesundheit schädigenden Rückstände enthalten. Über den Schutz des Verbrauchers hinaus gewährleistet die Einhaltung der Wartezeiten sowohl dem behandelnden Tierarzt als auch dem Tierhalter, dass die produzierten Lebensmittel keine unerlaubten Rückstände mehr enthalten.

Festsetzung von Wartezeiten

Die Wartezeit hängt nicht nur vom Wirkstoff selbst, sondern wesentlich auch von der Zusammensetzung der verwendeten Hilfsstoffe, der Darreichungsart und der Art und Dauer der Anwendung ab. Das Ausscheidungsverhalten eines Wirkstoffes wird in speziellen Rückstandsstudien geprüft.

Die Festsetzung von Wartezeiten erfolgt im Zulassungsverfahren.

Vor der Zulassung kann der Antragsteller die Festsetzung einer vorläufigen Wartezeit beantragen, wenn von den Tieren, die in klinischen Studien eingesetzt werden, Lebensmittel gewonnen und vermarktet werden sollen.

Einhaltung und Kontrolle der Wartezeit

Die Einhaltung der Wartezeit wird durch den Nationalen Rückstandskontrollplan überwacht. Der Nationale Rückstandskontrollplan für Lebensmittel tierischen Ursprungs ist ein seit 1989 durchgeführtes Programm, in dessen Rahmen Lebensmittel tierischer Herkunft auf Rückstände unerwünschter Stoffe untersucht werden. Das in Deutschland vom BVL koordinierte Programm wird in der Europäischen Union nach einheitlichen Maßstäben durchgeführt.

Wartezeit beim Ökologischen Landbau

Im ökologischen Landbau ist beim Einsatz von chemisch-synthetischen allopathischen Tierarzneimitteln bei Nutztieren vorgesehen, dass die gesetzliche Wartezeit entweder verdoppelt wird oder 48 Stunden beträgt, wenn keine Wartezeit angegeben ist bzw. wenn die Wartezeit 0 Tage beträgt. Näheres regelt die VO (EWG) Nr. 2092/91 über den ökologischen Landbau.

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