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Neue Leitlinien zur Gewinnung, Lagerung, Transport und Verabreichung von Blut und Blutprodukten im Veterinärbereich

Entstehung und Bedeutung der Leitlinien

Transfusionen von Blutprodukten gewinnen in der veterinärmedizinischen Therapie zunehmend an Bedeutung. Dabei kommt der Therapie mit Blutkomponenten besondere Bedeutung zu, da hier nur die tatsächlich benötigten Komponenten gezielt verabreicht werden können. Blutprodukte können lebensrettend sein, allerdings ist ihre Anwendung nicht ohne Risiken.

Bisher standen in Deutschland keine offiziellen Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Blutzubereitungen zur Verfügung. Auch fehlten Empfehlungen für deren Anwendung.

Daher wurde im Jahr 2007 unter Leitung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Leitlinien zur Gewinnung, Lagerung, Transport und Verabreichung von Blut und Blutprodukten etabliert. Neben dem BVL waren das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und Hochschulkliniken für Kleintiere und Pferde in dieser Arbeitsgruppe vertreten.

Die Leitlinien sind zunächst auf die Zieltierarten Hund, Katze und Pferd ausgerichtet. Bei diesen Tierarten steht die gezielte Transfusion mit Blutkomponenten und konserviertem Vollblut im Vordergrund, während frisches Vollblut meist nur im Notfall verwendet wird. Entsprechend dem veterinärmedizinischen Bedarf finden sich in den Leitlinien Vorgaben zu Gefrorenem Frischplasma, Gefrorenem Plasma, Erythrozytenkonzentrat sowie Konserviertem Vollblut.

Rechtliche Grundlage und Ziele

Ziel der Leitlinien ist es, eine angemessene Qualität bei Blut und Blutprodukten sicher zu stellen und gleichzeitig für höchste Sicherheit bei Spender- und Empfängertier zu sorgen. Da Blutzubereitungen zur Anwendung bei Tieren Arzneimittel im Sinne von § 2 Abs. 1 Arzneimittelgesetz sind, werden zugleich Anforderungen umrissen, die im Rahmen eines Zulassungsverfahren zu erfüllen sind.
Die Leitlinien richten sich daher sowohl an pharmazeutische Unternehmen und Betreiber von privaten und universitären Blutbanken als auch an Tierärzte, die Transfusionen durchführen.

Die Leitlinien sollen nicht den Einsatz von Blut in Notfällen regeln, trotzdem enthalten sie gewisse Empfehlungen, die auch bei der Transfusion von Blut im Notfall zu beachten sind.

Gliederung und Inhalt

Die Leitlinien umfassen neben einem allgemeinen Teil drei Kapitel: Gewinnung, Herstellung einschließlich Lagerung und Transport sowie Anwendung von Blutprodukten.

Im Vordergrund stehen die sorgfältige Auswahl der Blutspender unter Berücksichtigung konstitutioneller und gesundheitlicher Aspekte sowie obligatorische Untersuchungen, die vor oder mit jeder Blutspende durchzuführen sind.

Ferner werden umfangreiche Angaben zur Sicherung der Qualität bei der Herstellung von Blut und Blutkomponenten gemacht.

Die Anwendungsbereiche sind gesondert für die jeweiligen Blutprodukte in Abhängigkeit ihrer wirksamen Bestandteile aufgeführt. Darüber hinaus werden notwendige Untersuchungen zur Kompatibilität zwischen Spender und Empfänger vor Verabreichung eines Transfusionsprodukts, als auch die Durchführung der eigentlichen Transfusion selbst beschrieben.

Abstimmung und Weiterentwicklung

Die Leitlinien wurden mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) abgestimmt. Ferner gingen in die vorliegende Fassung Kommentare der Bundestierärztekammer (BTK), der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DGK-DVG), der Fachgruppe Pferdekrankheiten der DVG, dem Bund praktizierender Tierärzte (BpT) und dem Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) ein.

Ausgabejahr
2011
Erscheinungsdatum
06.04.2011

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