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Gentechnisch veränderter Reis – Untersuchungsergebnisse der Lebensmittelüberwachung 2006

Am 18. August 2006 wurde die EU-Kommission vom US-Landwirtschaftsministerium informiert, dass in den USA herkömmlicher Langkornreis mit einer nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Reislinie (LL601 Reis) verunreinigt ist. Daraufhin hat die EU-Kommission Maßnahmen zur Kontrolle von Langkornreis-Importen aus den USA erlassen und die Mitgliedstaaten aufgefordert zu kontrollieren, ob bereits auf dem Markt befindliche Produkte Anteile von LL601 Reis enthalten (Entscheidung der Kommission 2006/754/EG und 2006/601/EG).

Weiterhin teilte die EU-Kommission in einer Presseinformation am 11. September 2006 mit, dass in Reisprodukten aus China eine weitere gentechnische Veränderung nachgewiesen wurde, die vermutlich auf eine dort zu Versuchszwecken in den Jahren 2002/2003 großflächig angebaute gentechnisch veränderte Reislinie (Bt63) zurückzuführen ist.

Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung

Die Bundesländer in Deutschland haben nach Etablierung von spezifischen Nachweisverfahren seit Anfang September 2006 intensiv und in erheblichem Umfang Untersuchungen von Produkten mit Langkornreis, vornehmlich US-amerikanischer Herkunft, sowie von verschiedensten Reisprodukten aus Asien durchgeführt. Im Rahmen eines vom BVL koordinierten Überwachungsprogramms wurden jetzt die Ergebnisse der in den vergangenen Monaten durchgeführten Untersuchungen zusammengefasst (Stand 31.01.2007).

Bisher wurden in 116 von insgesamt 1221 Lebensmittelproben Verunreinigungen durch gentechnisch veränderten Reis festgestellt (Abbildung 1). Von den positiv getesteten Langkornreisprodukten konnte in 90 Fällen LL601 Reis identifiziert werden. Die Verunreinigungen bewegten sich durchweg im sehr niedrigen Spurenbereich bei 0,05 % und weniger. In einem Fall wurde eine weitere LL Reislinie (LL62 Reis) nachgewiesen. Von den untersuchten Reisprodukten aus Asien konnten nur in Reisnudeln geringe Spuren einer gentechnischen Veränderung nachgewiesen werden. Alle 20 positiv getesteten Proben waren chinesischer Herkunft und enthielten Spuren von Bt63. In anderen untersuchten Reisprodukten aus Asien (so genannter Thai-Reis, Basmati-Reis, Duftreis etc.) konnte keine gentechnische Veränderung festgestellt werden. In der Kategorie „andere Reisprodukte“, in der die übrigen untersuchten Reiserzeugnisse zusammengefasst sind (Mittel- und Rundkornreis, Milchreis, Reiswaffeln, Reisflocken, Reisgrieß usw.) konnte in 5 Proben LL601 Reis nachgewiesen werden.

Die Probenahmen der Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer erfolgte in den verschiedenen Bereichen des Handels und des Inverkehrbringens von Reisprodukten, wobei die überwiegende Zahl der Proben im Einzelhandel genommen wurde (Abbildung 2). Hier war in 55 Fällen LL601 Reis nachweisbar. In 15 Einzelhandelsproben, die vorwiegend in so genannten Asia-Märkten genommen wurden, wurde Bt63 Reis festgestellt. Bei Import- und Großhandelsbetrieben identifizierten die Kontrolleure in 19 Proben LL Reis und in 3 Proben Bt63. Bei Herstellern enthielten die positiv getesteten Proben ausschließlich LL601 Reis, im Gastronomiebereich war in 9 Fällen LL Reis 601 nachweisbar, in einem Fall enthielten die untersuchten Reisnudeln Spuren von Bt63.
Nach Kenntnisstand des BVL führten die Beanstandungen der zuständigen Landesüberwachungsbehörden bei den betroffenen Firmen und Einrichtungen unverzüglich zu Rücknahmeaktionen bzw. Entfernung der betreffenden Produkte aus den Lebensmittelmärkten oder betroffenen Gastronomiebetrieben.

Weitere detaillierte Informationen sind auf den Internetseiten der Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder zu finden.

Abbildung 1

Untersuchte Reisprodukte


Abbildung 2

Untersuchte Betriebsarten


Ausgabejahr
2008
Erscheinungsdatum
28.02.2007

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