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ZKBS bewertet Neue Techniken in der Pflanzenzüchtung

In den letzten Jahren wurden große technische Fortschritte in der Pflanzenzüchtung gemacht. Nicht immer ist bei diesen sogenannten Neuen Techniken auf den ersten Blick klar, ob die Anwendung dieser Techniken dazu führt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen erzeugt werden oder nicht. Je nachdem wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, müssen unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen eingehalten werden.

In der EU wurde auf Vorschlag der Committees of Competent Authorities die New Techniques Working Group eingerichtet, die neue molekularbiologische Techniken beschrieben hat und geprüft hat, ob ihre Anwendung zur Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen führen. Auch die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit hat sich vor dem Hintergrund der bisher auf europäischer Ebene getroffenen Bewertung mit diesem Thema auseinandergesetzt und eine Stellungnahme zur Einordnung dieser neuen Techniken gemäß der europäischen Gesetzgebung und des deutschen Gentechnik-Gesetzes abgegeben. In ihrer Stellungnahme werden die Neuen Techniken ausführlich dahingehend untersucht, ob durch ihre Anwendung gentechnisch veränderte Pflanzen erzeugt werden. Bei den bewerteten Techniken handelt es sich um die

  1. Oligonukleotid-gesteuerte Mutagenese (die gezielte Erzeugung von Mutationen durch die Einführung von 20 – 100 bp langen DNA- oder RNA-Fragmenten)
  2. Zinkfingernuklease-Technik (die ortsspezifische Einführung von Mutationen durch die Einführung einer Nuklease und ggf. Zugabe von Mutationen enthaltenden Oligonukleotiden)
  3. Cisgenese und Intragenese (Übertragung von Genen aus Organismen der gleichen Art oder aus kreuzungskompatiblen Arten)
  4. Pfropfung (Nutzung von gentechnisch veränderten Pflanzen als Wurzelstock oder Spross)
  5. Agroinfiltration (Behandlung des Gewebes einer Pflanze mit einer Suspension von Agrobacterium spp., die T-DNA mit Transgenen enthalten)
  6. RNA-abhängige DNA-Methylierung (Inaktivierung von Promotorsequenzen durch gezielte Methylierung, ausgelöst durch siRNA bzw. microRNA)
  7. Reverse Züchtung (vereinfachte Produktion von F1-Hybriden durch vorübergehende Stilllegung von Mitose-Genen)

Die Stellungnahme der ZKBS sind hier verfügbar:

Ausgabejahr
2013
Erscheinungsdatum
01.08.2013

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