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Durchschnittlicher Acrylamid-Gehalt in Weihnachtsgebäck gesunken

Umfangreiche Acrylamid-Messungen belegen Erfolg des Minimierungskonzepts

Lebkuchen, lebkuchenhaltiges Gebäck und Spekulatius sind in der Weihnachtssaison 2004/2005 deutlich geringer mit Acrylamid belastet, als im Vorjahr. Zu diesem positiven Ergebnis kommt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Der mittlere Acrylamidgehalt von Spekulatius sank im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent, bei Lebkuchen um 28 Prozent. Bereits Weihnachten 2003 lagen die Acrylamidgehalte bei 65 Prozent der untersuchten Spekulatius und bei 56 Prozent der untersuchten Lebkuchen unter 300 µg/kg. Über 60 Prozent der untersuchten Lebkuchen und lebkuchenhaltigen Gebäcke enthalten jetzt weniger als 300 µg/kg. Das BVL sieht in der aktuellen Entwicklung einen Erfolg des Acrylamid-Minimierungskonzepts, das 2002 vom BVL gemeinsam mit der Wirtschaft, dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und den Ländern ins Leben gerufen wurde.

Das BVL sammelt im Rahmen dieses Konzeptes Analysenergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung der Länder und des Bundesinstituts für Risikobewertung. Medienberichte, in denen aus willkürlich zusammengefassten Einzelwerten Schlussfolgerungen zum Acrylamidgehalt der gesamten Warengruppe gezogen werden, ignorieren die insgesamt sehr positive Entwicklung. Die Auswertungen des BVL basieren auf rund 7800 Datensätzen und belegen den Erfolg des Acrylamid-Minimierungskonzepts. Einzelne Hersteller, die die Erkenntnisse zur Acrylamidvermeidung noch nicht ausreichend umsetzen, müssen an einer Reduzierung ihrer Werte arbeiten, damit das Vertrauen der Verbraucher in die Warengruppe nicht insgesamt Schaden nimmt. Fallen Produkte durch die Überschreitung des Signalwerts auf, so treten die Überwachungsbehörden der Länder in einen Minimierungsdialog mit den betroffenen Herstellern ein. Durch Änderungen an Rezeptur oder Herstellungsverfahren wird dann versucht, den Acrylamidgehalt zu senken.

So reduzierten beispielsweise die Hersteller in Sachsen, beraten vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales, den mittleren Acrylamidgehalt in Lebkuchen von über 700 µg/kg im Jahr 2003 auf jetzt unter 300 µg/kg. Der Signalwert ist der unterste Acrylamidwert der zehn Prozent am höchsten belasteten Lebens-mittel. Grundsätzlich gilt ein maximaler Signalwert von 1000 µg/kg. Der Signalwert konnte bei Spekulatius von 710 µg/kg im Vorjahr auf derzeit 560 µg/kg abgesenkt werden, bei Lebkuchen und lebkuchenhaltigen Gebäcken liegt der Vorjahreswert und der aktuelle Signalwert bei 1000 µg/kg. Acrylamid entsteht, wenn stärkehaltige Lebensmittel stark erhitzt werden. Es löst im Tierversuch Krebs aus und schädigt das Erbgut. Das BfR geht davon aus, dass diese Wirkungen auch beim Menschen auftreten könnten. Es gilt daher, durch Änderungen bei der Herstellung und in der Rezeptur die Entstehung von Acrylamid so gering wie möglich zu halten. Informationen der Länder zu Acrylamid unter anderem unter www.sms.sachsen.de , www.lgl.bayern.de.

Hintergrundinformation zum BVL
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernäh-rung und Landwirtschaft. Mit der Zuständigkeit für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und gentechnisch veränderten Organismen trägt das BVL eine große Verantwortung für den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt das BVL Managementaufgaben und koordiniert bei bestimmten Aufgaben die Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den Bundesländern. Im BVL engagieren sich rund 400 Mitarbeiter für sichere Lebensmittel und einen umfassenden Verbraucherschutz.

Ausgabejahr
2004
Erscheinungsdatum
30.11.2004
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Pressestelle • Mauerstraße 39-42 • 10117 Berlin
Telefon: 030/18444-00211 • Telefax: 030/18444-00209
E-Mail: pressestelle@bvl.bund.de • www.bvl.bund.de
Pressesprecherin
Nina Banspach (V.i.S.d.P.)

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