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Hintergrundinformation: Lebensmittel-Monitoring

Belastung der Verbraucher geht in vielen Bereichen weiter zurück

Monitoring deckt unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln auf

Im Lebensmittel-Monitoring 2009 wurden 4.947 Proben in- und ausländischer Herkunft untersucht. In vielen Fällen blieb die Belastung von Lebensmitteln mit unerwünschten Stoffen auf einem niedrigen Niveau oder sank weiterhin leicht. Für das Monitoring wird ein vorher festgelegter Warenkorb von Lebensmitteln von den Kontrollbehörden der Länder auf Kontaminanten und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Tierarzneimitteln untersucht.

Pflanzenschutzmittel

In Ziegenkäse, Butter, Vollei und Buttermakrele wurden auch im Jahr 2009 wieder Rückstände ubiquitär (überall) vorkommender, persistenter chlororganischer Insektizide gefunden, die in der Vergangenheit intensiv angewendet wurden, sich in der Umwelt angereichert haben und so in die Nahrungskette gelangen. Bei allen untersuchten Lebensmitteln war aber insgesamt eine Verringerung der Rückstandskonzentrationen gegenüber früheren Monitoring-Untersuchungen festzustellen. Die gefundenen Rückstände ergaben keine Anhaltspunkte für ein akutes gesundheitliches Verbraucherrisiko.

Rückstandsgehalte über den zulässigen Höchstwerten wurden bei Weizenkörnern, Blumenkohl, Bananen und Orangensaft nicht festgestellt. Mit Ausnahme von Rucola lagen die nominellen Höchstgehaltsüberschreitungen bei Linsen, Gemüsepaprika, Auberginen, Knollensellerie, tiefgefrorenen Erbsen, Tafelweintrauben und Aprikosen im Bereich von 1,6 – 4,7 Prozent der Proben. In Rucola ist der Anteil mit Überschreitungen der Höchstgehalte mit 9,4 Prozent relativ hoch.

Wie schon im Vorjahr war auch im Jahr 2009 der Anteil an Proben mit Höchstgehaltsüberschreitungen bei Lebensmitteln aus inländischer Herkunft mit 1,5 Prozent deutlich geringer im Vergleich zu Erzeugnissen aus anderen EU-Mitgliedsstaaten (2,9 Prozent) und aus Drittländern (5,5 Prozent). Bei 7 Prozent der Proben von Erzeugnissen aus einheimischer Produktion bestand der Verdacht auf eine unzulässige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, am häufigsten bei tiefgefrorenen Erbsen und Rucola.

Bei den ausländischen Erzeugnissen wurden in einer Probe Gemüsepaprika und in zwei Proben Aprikosen Rückstandsgehalte von drei verschiedenen Insektiziden festgestellt, bei denen die akute Referenzdosis (ARfD) zu mehr als 100 Prozent ausgeschöpft war. Von den zuständigen Behörden der Länder werden in solchen Fällen die erforderlichen Maßnahmen des Risikomanagements eingeleitet (z. B. Bußgeldverfahren, Rückrufaktionen, Schnellwarnmeldungen).

Dioxin und PCB

Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCB) sind in der Umwelt in geringen Mengen ubiquitär (überall) zu finden; dies führt zu einer für den Erzeuger unvermeidbaren Hintergrundkontamination von Lebensmitteln. Die Monitoring-Ergebnisse weisen darauf hin, dass Ziegenkäse, Butter, Vollei, Buttermakrele und Pflanzenmargarine weitestgehend gering mit nicht dioxinähnlichen PCB (ndl-PCB) belastet sind.

Ein großer Anteil (ca. 70 Prozent) der untersuchten Schaflebern überschritt die Höchstgehalte für Dioxine und für die Summe von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB (dl-PCB). In Schaffleisch wurden dagegen nur in geringer Anzahl Höchstgehaltsüberschreitungen für diese Kontaminanten festgestellt. Auf Grundlage der vorliegenden Untersuchungsergebnisse empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weiterhin, den Verzehr von Schafleber vorsorglich zu vermeiden. Im Gegensatz zur Schafleber ist Schaffleisch deutlich geringer mit Dioxinen und PCB belastet. Nach Ansicht des BfR kann Schaf-, Lamm- und Hammelfleisch deshalb in der Regel unbedenklich verzehrt werden.

Mykotoxine

Die Kontamination von Weizenkörnern und der Getreideerzeugnisse Bulgur und Dinkelflocken mit den Mykotoxinen Ochratoxin A (OTA), Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA) ist als gering einzuschätzen. In löslichem Kaffee wurde zwar oft OTA gefunden, die Gehalte lagen jedoch stets unter dem derzeit geltenden Höchstwert.

Fast die Hälfte der untersuchten Proben von Maismehl, -grieß, -schrot, -grits, Cornflakes, Knabbererzeugnissen auf Maisbasis und Lebensmitteln zur glutenfreien Ernährung war mit Fumonisinen kontaminiert. Allerdings wurden nur wenige Höchstgehaltsüberschreitungen festgestellt. Damit bestätigen die im Jahr 2009 gewonnenen Erkenntnisse die Ergebnisse aus vorangegangenen Jahren. Da die Bildung von Mykotoxinen von vielen Einflussfaktoren wie Witterungs-, Ernte- und Lagerungsbedingungen abhängig ist, unterliegt die Kontamination der Lebensmittel zum Teil erheblichen Schwankungen. Deshalb sind in regelmäßigen Abständen wiederholte Untersuchungen notwendig.

Cadmium und Blei

Mit Ausnahme der für Wurzelgemüse allgemein bekannten höheren Cadmium-Gehalte in Knollensellerie wurden bei der Untersuchung von zwölf der 20 Warenkorb-Lebensmittel keine auffälligen Blei- und Cadmium-Befunde festgestellt. Positiv ist der deutliche Rückgang der Bleigehalte in Rucola, Knollensellerie und Bananen anzumerken. Die relativ hohe Cadmium-Belastung von Knollensellerie wird auch aus anderen EU-Mitgliedstaaten berichtet. Sie wird durch die Aufnahme von Cadmium aus dem Boden verursacht. Im Lebensmittel-Monitoring 2009 war der zulässige Höchstgehalt für Cadmium in 6,3 Prozent der Knollensellerie-Proben überschritten.

Grundlage

Das Lebensmittel-Monitoring ist ein gemeinsam von Bund und Ländern seit 1995 durchgeführtes systematisches Mess- und Beobachtungsprogramm. Dabei werden Lebensmittel repräsentativ für Deutschland auf Gehalte an gesundheitlich nicht erwünschten Stoffen untersucht. Mit seiner Hilfe können mögliche gesundheitliche Risiken für die Verbraucher durch die in und auf den Lebensmitteln gefundenen, gesundheitlich nicht erwünschten Stoffe wie Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Mykotoxine, Schwermetalle und andere Umweltschadstoffe frühzeitig erkannt und gegebenenfalls durch gezielte Maßnahmen reduziert werden. Grundlage des jährlich durchgeführten Monitorings ist ein von Bund und Ländern aufgestellter Plan, der die Auswahl der Erzeugnisse und der darin zu untersuchenden Stoffe sowie die Verteilung der Untersuchungen auf die Bundesländer detailliert festlegt. Die Überwachungsbehörden der Länder sind zusätzlich zu ihren routinemäßigen Untersuchungsaufgaben damit beauftragt, Proben für das Monitoring zu ziehen und zu analysieren. Die gewonnenen Daten werden vom BVL erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse des Monitorings werden jährlich als Bericht publiziert.

Die zu untersuchenden Lebensmittel sind Bestandteil eines repräsentativen Warenkorbes, der auf der Grundlage nationaler Verzehrsstudien abgeleitet wurde (Warenkorb-Monitoring).
Daneben wird seit 2003 ein Teil der Lebensmitteluntersuchungen in Projekten untersucht (Projekt-Monitoring). Hierbei werden spezielle stoff- bzw. lebensmittelbezogene Fragestellungen aufgegriffen, die aktuell besonders aufmerksam untersucht werden sollen. Jedes ausgewählte Erzeugnis wird auf die vorher festgelegten Stoffe untersucht, die als Rückstände oder Kontaminanten in oder auf diesem Erzeugnis vorkommen können. 2009 wurden 2.717 Proben von insgesamt vier Lebensmitteln tierischer Herkunft und 16 Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft im Warenkorb-Monitoring sowie 2.230 Proben Projekt-Monitoring untersucht.

Der vollständige Bericht des Lebensmittel-Monitoring 2009 ist online abzurufen unter: www.bvl.bund.de/lmm2009

Ausgabejahr
2010
Erscheinungsdatum
21.10.2010
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Pressestelle • Mauerstraße 39-42 • 10117 Berlin
Telefon: 030/18444-00211 • Telefax: 030/18444-00209
E-Mail: pressestelle@bvl.bund.de • www.bvl.bund.de
Pressesprecherin
Nina Banspach (V.i.S.d.P.)

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