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Hintergrundinformation: Bund-Länder-Arbeitsgruppe arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung des Ausbruchs von akuter Gastroenteritis

Am Wochenende hat die von Bund und Ländern eingesetzte Ermittlungs- und Koordinierungsgruppe mit Hochdruck die Suche nach der Ursache für den Ausbruch von akuter Gastroenteritis fortgesetzt. Die "Task Force" unter Federführung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) geht nach Auswertung der bisher vorliegenden Erkenntnisse davon aus, dass der Ausbruch in Zusammenhang mit Kantinenessen aus Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland steht und nur durch ein kontaminiertes Lebensmittel bzw. eine Charge einer Lieferung ausgelöst wurde.

Um die zeitaufwändigen und sehr umfangreichen Aufklärungsarbeiten in den Bereichen Epidemiologie, Warenstromanalyse und Laboruntersuchung zu koordinieren, sollen mittels eines risikoorientierten Ansatzes zunächst die wahrscheinlichsten Zusammenhänge weiter aufgeklärt werden. Von besonderer Bedeutung ist der Zeitraum vom 25. bis zum 28. September. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Mahlzeiten, die an diesen Tagen von den in Frage kommenden Küchen ausgeteilt wurden. Den Laboratorien der Lebensmittelüberwachung wurde empfohlen, den Fokus neben Noroviren auch auf bestimmte von Bakterien gebildete Toxine zu richten.

Dazu werden insbesondere Speisepläne und Einkaufslisten ausgewertet und Kantinenmitarbeiter befragt, die Waren- und Lieferströme möglicherweise betroffener Lebensmittel zurückverfolgt sowie hunderte Lebensmittelproben (u.a. Rückstellproben) labortechnisch analysiert.

Nach Angaben der Bundesländer Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden nahezu alle betroffenen Einrichtungen von einem gemeinsamen Lieferanten über regionale Küchen mit Essen versorgt. Deshalb konzentrieren sich hierauf die weiteren Ermittlungen.

Bis Samstag waren laut Robert Koch-Institut (RKI) mindestens 8365 Fälle akuter Gastroenteritis in Ostdeutschland bekanntgeworden. Anzeichen deuten darauf hin, dass der Ausbruch seinen Höhepunkt überschritten hat. Dies muss sich aber in den kommenden Tagen noch bestätigen, wenn dem Robert-Koch-Institut (RKI) weitere Meldedaten übermittelt werden. Nach den
Daten, die dem RKI übermittelt worden waren, ist die Mehrzahl der Erkrankungen bereits am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche aufgetreten. Die Mehrzahl der Meldungen, die bis zum Samstag eingingen, beruhten nach Angaben der Landesgesundheitsbehörden lediglich auf Nachmeldungen. Da die Krankheitsverläufe in den meisten Fällen kurz und unkompliziert waren, wird angenommen, dass die große Zahl der Patienten in der Zwischenzeit wieder genesen ist. Laut RKI besteht kein Hinweis auf eine nennenswerte Anzahl von Sekundärinfektionen.

Der von Bund und Ländern eingesetzten Task Force gehören neben Vertretern des Bundesamtes für Verbraucherschutz (BVL), des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und des Robert Koch-Instituts (RKI) Vertreter der zuständigen Länderbehörden von Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen an.

Ausgabejahr
2012
Erscheinungsdatum
30.09.2012
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Pressestelle • Mauerstraße 39-42 • 10117 Berlin
Telefon: 030/18444-00211 • Telefax: 030/18444-00209
E-Mail: pressestelle@bvl.bund.de • www.bvl.bund.de
Pressesprecherin
Nina Banspach (V.i.S.d.P.)

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