Navigation und Service

BVL verpflichtet Bayer zur Beobachtung der mit dem Pflanzenschutzmittel "Poncho" behandelten Äcker

Untersuchung von Maispflanzen auf Rückstände des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Clothianidin soll erneute Schäden an Bienenvölkern verhindern

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute das Unternehmen Bayer CropScience verpflichtet, unverzüglich ein Konzept für die Untersuchung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Clothianidin in Maispflanzen zu entwickeln und mit dem BVL abzustimmen.

Nach dem bisherigen Stand der Untersuchungen hat der im Pflanzenschutzmittel "Poncho" enthaltene Wirkstoff Clothianidin zu Schäden und Verlusten an rund 5000 Bienenvölkern in Südwestdeutschland geführt. Das Mittel war für die Behandlung von Maissaatgut zugelassen, haftete jedoch nicht ausreichend an den Maiskörnern. Die Ausbringung des Saatgutes mit Sämaschinen eines bestimmten Bautyps führte nach derzeitigem Erkenntnisstand dazu, dass Stäube des Pflanzenschutzmittels in die Umwelt gelangten und beispielsweise auf Raps-, Löwenzahn- und Obstblüten von Honigbienen aufgenommen wurden. Das BVL hatte aus diesem Grund am 15. Mai die Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln mit Clothianidin und einer Reihe anderer Wirkstoffe außer Kraft gesetzt. Saatgut darf daher momentan nicht mehr mit diesen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden.

Der mit der Aussaat des Mais auf die Ackerflächen gelangte Staub des Wirkstoffs könnte dazu führen, dass der Pollen des Mais eine für Bienen schädliche Clothianidin-Konzentration erreicht. Das BVL hat nun dem Hersteller des Pflanzenschutzmittels aufgegeben, die Konzentration des Wirkstoffs Clothianidin in Maispflanzen am Oberrhein im Juni und Juli zu untersuchen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden auch in die Entscheidung des BVL einfließen, ob und unter welchen Bedingungen die Zulassung des Pflanzenschutzmittels "Poncho" wieder in Kraft gesetzt werden kann.

 

Hintergrundinformationen

Das BVL ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland zuständig und bildet die nationale Koordinierungsstelle für die Prüfung von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in der EU. Im Zulassungsverfahren ist das BVL verantwortlich für das Risikomanagement, das die Vermeidung negativer Auswirkungen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf Mensch und Umwelt zum Ziel hat.


Clothianidin ist ein gegen Insekten gerichteter Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide mit breitem Wirkungsspektrum. Der Wirkstoff wurde insbesondere für den Einsatz als Bodeninsektizid zur Saatgutbehandlung entwickelt. Clothianidin ist in einem gemeinschaftlichen Verfahren der EU bewertet worden und wurde 2006 für zehn Jahre in eine Liste der Wirkstoffe aufgenommen, die in Pflanzenschutzmitteln verwendet werden dürfen.


Ausgabejahr
2008
Erscheinungsdatum
09.06.2008
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Pressestelle • Mauerstraße 39-42 • 10117 Berlin
Telefon: 030/18444-00211 • Telefax: 030/18444-00209
E-Mail: pressestelle@bvl.bund.de • www.bvl.bund.de
Pressesprecherin
Nina Banspach (V.i.S.d.P.)

Mit zwei Klicks zu mehr Sicherheit. Erst nach Aktivierung des Schiebereglers wird das Element aktiviert. Datenschutzrechtlicher Hinweis: Durch Betätigen dieses externen Links verlassen Sie die Webseiten des BVL. Auf den Inhalt der nachfolgenden Website haben wir keinen Einfluss, insb. nicht auf den Schutz Ihrer personenbezogenen Daten. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung, die Sie hier finden können.


© 2018 Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit