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Spargelfälschern auf der Spur

Die Spargeldatenbank des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ermöglicht den Herkunftsnachweis von Spargel

Die Spargelsaison in Deutschland hat begonnen und viele Verbraucher freuen sich, wieder frisch gestochenen Spargel kaufen zu können. Viele bevorzugen Spargel aus einem bestimmten Anbaugebiet und tatsächlich kann Spargel je nach Herkunft unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Manche Anbaugebiete besitzen einen besonders guten Ruf und so lassen sich mit bestimmten Herkunftsbezeichnungen entsprechend höhere Preise am Markt erzielen. Da sich die Preise einheimischen und südosteuropäischen Spargels deutlich unterscheiden, gibt es immer wieder Fälle, in denen Spargel falsch gekennzeichnet und damit der Verbraucher getäuscht wird. Durch ein spezielles Verfahren, die Isotopen-Analyse, können die Lebensmittelkontrolleure der Bundesländer zukünftig die Verbraucher vor solchen Praktiken schützen. Durch eine Analyse der natürlichen chemischen Zusammensetzung des Spargels ist mit dieser Methode ein Nachweis der Herkunftsregion möglich.

Die Nachweismethode

Unterschiedliche Isotope kommen in verschiedenen Regionen unterschiedlich häufig vor. Da Pflanzen während ihres Wachstums nur die Isotope aufnehmen können, die sie im Boden vorfinden, trägt jede Pflanze gewissermaßen einen Isotopen-Fingerabdruck ihrer Herkunft: Je nach Region, in der die Pflanze gewachsen ist, finden Lebensmittelkontrolleure Unterschiede in der Isotopensignatur. Atome desselben chemischen Elements mit unterschiedlicher Neutronenanzahl und damit auch unterschiedlicher Masse, nennt man Isotope. Jedes Atom besteht aus einem Atomkern mit ungeladenen Neutronen, positiv geladenen Protonen und der Atomhülle mit den negativ geladenen Elektronen. Die Neutronen haben keinen Einfluss auf die chemischen Eigenschaften, bestimmen aber, zusammen mit der Anzahl der Protonen, die Masse des Kerns. Diesen Unterschied in der Masse kann man mit der Isotopen-Analyse messen.

Die Spargeldatenbank

Um die tatsächliche Herkunft einer Probe zu ermitteln, muss das typische Isotopenmuster der Region bekannt sein. Entscheidend für eine verlässliche Isotopenanalyse sind also bereits vorliegende Werte aus Referenzmessungen. Eine Datenbank mit Referenzproben ist die Grundlage für eine korrekte Zuordnung von Spargelproben zu bestimmten Herkunftsregionen. Daher hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im März 2002 begonnen, eine Spargeldatenbank aufzubauen, in die die Messungen der Landesbe-hörden eingehen. In dieser Datenbank sind nicht nur Messergebnisse der heimischen Spargelanbaugebiete enthalten, sondern auch Referenzproben ausländischer Anbaugebiete, aus denen Spargel nach Deutschland importiert wird. Die Datenbank befindet sich noch im Aufbau. Sobald dem BVL genügend Datensätze vorliegend, wird mit Hilfe der Datenbank eine zweifelsfreie gerichtsfeste Unterscheidung von einheimischem und ausländischem Spargel möglich sein. Die Datenbank wird auch danach weiter geführt, um Schwankungen zu erfassen, die durch Wetter oder Änderungen im Anbau auftreten können.

Weitere Informationen zu diesem Thema im Internet unter: http://www.laves.niedersachsen.de/master/C4467246_L20

Für weitere Informationen: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Dr. Dr. Peter Brandt, Referat für Koordinierte Überwachungsprogramme, (Telefon: 0 18 88/4 13-30 24, E-Mail: Peter.Brandt@bvl.bund.de).

Ausgabejahr
2005
Erscheinungsdatum
19.04.2005
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Pressestelle • Mauerstraße 39-42 • 10117 Berlin
Telefon: 030/18444-00211 • Telefax: 030/18444-00209
E-Mail: pressestelle@bvl.bund.de • www.bvl.bund.de
Pressesprecherin
Nina Banspach (V.i.S.d.P.)

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