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Europäisches Referenzlabor (EU)

Die Referenzlaboratorien der Europäischen Union (EURL) unterstehen der finanziellen und fachlichen Aufsicht der Europäischen Kommission, Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz (DG SANCO). Jedes Referenzlaboratorium ist für bestimmte Substanzen zuständig. Zu ihren Aufgaben zählen die Entwicklung und Validierung von Analysenverfahren, die Durchführung von Schiedsanalysen, die Beratung der Europäischen Kommission sowie die Unterstützung der Nationalen Referenzlabore. Sie arbeiten auch an der Harmonisierung der Leistungsfähigkeit der Laboratorien. Dadurch sollen Marktverzerrungen im europäischen Binnenmarkt vermieden werden.

Die EURL stellen eine Schaltstelle zwischen der EU-Kommission einerseits und den Nationalen Referenzlaboratorien in den Mitgliedsstaaten der EU andererseits dar. In der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Gemeinschaftsreferenzlaboratorien sind die Aufgaben der Gemeinschaftlichen Referenzlaboratorien (EURL) detailliert festgelegt. In Artikel 32 dieser Verordnung heißt es:

Die in Anhang VII genannten Gemeinschaftsreferenzlaboratorien für Futtermittel und Lebensmittel sind zuständig für:

a) die ausführliche Information nationaler Referenzlaboratorien über Analyseverfahren, einschließlich Referenzverfahren;

b) die Koordinierung der Anwendung der unter Buchstabe a) genannten Verfahren seitens der nationalen Referenzlaboratorien, insbesondere durch die Durchführung vergleichender Tests und die Gewährleistung entsprechender Anschlussmaßnahmen an solche vergleichenden Tests gemäß international anerkannten Protokollen, sofern vorhanden;

c) die Koordinierung — innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs — der praktischen Regelungen für die Anwendung neuer Analyseverfahren und der Information nationaler Referenzlaboratorien über Fortschritte in diesem Bereich;

d) die Durchführung von Ausbildungs- und Weiterbildungskursen für das Personal nationaler Referenzlaboratorien sowie für Experten aus Entwicklungsländern;

e) die wissenschaftliche und technische Unterstützung der Kommission, insbesondere in Fällen, in denen Mitgliedstaaten Widerspruch gegen die Analyseergebnisse einlegen;

f) die Zusammenarbeit mit Laboratorien, die in Drittländern für die Analyse von Futtermitteln und Lebensmitteln zuständig sind

Das BVL wird in Anhang VII.12c der Verordnung (EG) Nr. 776/2006 der Kommission (Änderung von Anhang VII der Verordnung (EG) Nr. 882/2004) als „Gemeinschaftsreferenzlaboratorium für Rückstände von Tierarzneimitteln und Schadstoffen in Lebensmitteln tierischen Ursprungs“ benannt. Die Zuständigkeiten des EURL im BVL liegen danach bei folgenden Substanzgruppen:

  • Beta-Agonisten (pharmakologisch wirksame Stoffgruppe, die in bestimmten Dosierungen zur Steigerung der Mastleistung eingesetzt werden könnten)
  • Mitteln gegen Wurmbefall (Antihelmintika)
  • Mitteln gegen einzellige Parasiten (Antikokzidia)
  • nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID)

Das BVL erstellt in Abstimmung mit der EU-Kommission (DG SANCO) jährliche Arbeitsprogramme. Die Arbeitsprogramme des EURL im BVL und die Programme der anderen EURL sind über die Internetseite der DG SANCO abrufbar.

Wesentliches Element in dem Bestreben eine harmonisierte Leistungsfähigkeit der amtlichen Kontrolllaboratorien innerhalb der EU zu sichern und zu dokumentieren ist die regelmäßige Durchführung von Laborvergleichstests. Bei solchen Laborvergleichsstudien wird identisches Probenmaterial an die für die entsprechenden Stoffgruppen zuständigen NRL der Mitgliedsstaaten versandt. Die NRL sind zur Teilnahme an diesen Studien verpflichtet, die Proben werden mit den in den jeweiligen Laboratorien verfügbaren Routinemethoden untersucht.

Durch die Auswertung der Ergebnisse kann geprüft werden, ob das zu untersuchende Stoffspektrum vollständig abgedeckt ist und ob Substanzen richtig identifiziert und quantifiziert wurden. Die Labore werden umfassend über ihre eigenen Resultate und – in anonymisierter Form - über die Ergebnisse der anderen Laboratorien informiert. Die Ergebnisse dieser Vergleiche sind damit zum einen für die EU-Kommission ein gutes Mittel, sich einen Überblick über das Leistungsvermögen der amtlichen Rückstandskontrolle zu verschaffen, zum andern dienen sie natürlich den einzelnen teilnehmenden Laboratorien der Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit und liefern einen wichtigen Beitrag zu deren Qualitätskontrolle (im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung und der Anwendung von Strategien zur Fehlervermeidung).
Außerdem unterstützt das EURL die qualitätssichernden Maßnahmen der NRL der Mitgliedsstaaten durch die Bereitstellung von Referenzmaterialien, Standardsubstanzen und Methodenbeschreibungen der im EURL entwickelten und validierten Verfahren. Jährliche Workshops, die vom EURL für die NRL veranstaltet werden, sollen die zeitnahe Weitergabe von Informationen gewährleisten und den wissenschaftlichen Austausch fördern.

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