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Bericht zum GERM-Vet Monitoringprogramm 2014/2015 erschienen

Das BVL erhebt seit dem Jahr 2001 jährlich Resistenzdaten zu tierpathogenen Bakterien im Rahmen des Resistenzmonitorings GERM-Vet. Sie ermöglichen es, koordinierende Maßnahmen zu formulieren und Tierärzten Entscheidungshilfen zur kalkulierten Therapie zu geben. Außerdem gehen sie in die Zulassungsverfahren von Tierarzneimitteln ein.

Für jedes Studienjahr wird ein dezidierter Stichprobenplan erstellt, der sich an den Ergebnissen der vorangegangenen Studien orientiert und aktuellen Fragestellungen und Entwicklungen angepasst wird. Es werden im Laufe des Studienjahres entsprechende Bakterienisolate durch die einsendenden Labore an das BVL gesandt und auf ihre Empfindlichkeit gegenüber 24 antibakteriellen Wirkstoffen untersucht. Die Empfindlichkeitsdaten werden getrennt nach Tierart und Indikation ausgewertet, um so möglichst detaillierte Hinweise zu erhalten.

Im Berichtszeitraum 2014/2015 wurden insgesamt 4436 Isolate (2014: 2174 Isolate, 2015: 2362 Isolate) untersucht. Bewertet wurden diese Ergebnisse anhand veterinärmedizinischer klinischer Grenzwerte, um Vorhersagen für die Wahrscheinlichkeit eines Therapieerfolges treffen zu können. Standen diese Grenzwerte nicht zur Verfügung, wurden stattdessen die MHK90-Werte herangezogen, um diese Wahrscheinlichkeit einschätzen zu können. Der MHK90-Wert.

Das Resistenzniveau für Erreger von Atemwegsinfektionen bei Nutztieren, insbesondere der Bakterienspezies Pasteurella multocida (2015), Mannheimia haemolytica (2014) und Actinobacillus pleuropneumoniae (2014), liegt mit wenigen Ausnahmen unter 15 % in sehr günstigen Bereichen. Bei der Spezies Bordetella bronchiseptica kam es zu einem Anstieg der Resistenzrate für Florfenicol von 3% auf 14%, was immer noch eine gute Wirksamkeit bedeutet, jedoch auf ein sich veränderndes Resistenzgeschehen hinweist.

Auch bei Isolaten, die aus Mastitiden bei Milchkühen stammten, kann das Resistenzniveau als bislang günstig angesehen werden. Auch hier zeigten sich bei den getesteten Wirkstoffen nur selten Resistenzraten von über 25 %. Ausnahme waren Streptococcus spp., bei denen die Resistenzrate für Tetracyclin bis zu 70 % betrug. Bei der Bakterienspezies Klebsiella spp. treten, wie in den Studienjahren zuvor, vereinzelt ESBL (extended spectrum beta-lactamases)-Bildner auf, die gegen die für die Behandlung beim Menschen wichtige Wirkstoffklasse der neueren Cephalosporine Resistenzen ausbilden. Bei den untersuchten Staphylococcus aureus-Isolaten traten in der Studie 2015 3 % MRSA (Methicillin-resistenter S. aureus) auf.

Sehr viel höhere Resistenzraten finden sich bei den Erregern von Enteritiden und Hautinfektionen. Betroffen sind hierbei in erster Linie Bakterienspezies wie Escherichia coli und Staphylococcus aureus, die gegenüber vielen Antibiotika Resistenzraten von bis zu 70 % aufweisen. Für E. coli gilt, dass insgesamt höhere Resistenzraten beim Nutztier (Kalb, Schwein, Masthahn, Pute) als beim Kleintier zu finden sind. Allerdings werden auch im Kleintierbereich erhöhte Resistenzraten von bis zu 30% bzw. hohe MHK90-Werte für die Wirkstoffe Ampicillin, Tetracyclin, Enrofloxacin bzw. Marbofloxacin gefunden.

Die Häufigkeit, mit der MRSA gefunden werden, ist abhängig von der Tierart. Am häufigsten finden sich diese im Berichtszeitraum beim Schwein (21 %), am seltensten beim Nutzgeflügel und bei Mastitis-Isolaten von Milchkühen (jeweils 3 %). Ähnliches gilt auch für das Vorkommen von ESBL bei E. coli: am häufigsten werden diese bei Isolaten von Kälbern (26% der untersuchten E. coli-Isolate) nachgewiesen, gefolgt den Tierarten Schwein, Hund und Geflügel.

Ausgabejahr
2017
Erscheinungsdatum
21.09.2017

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